Historic US 66

Wie schon angekündigt, haben wir uns für zwei Tage eine Harley geliehen und einen Ausflug gemacht: Flagstaff – Seligman – Kingman – Oatman und zurück. 370 Meilen auf der historischen US 66.

Angefangen in Flagstaff bei unserem Harley Dealer ging es auf die I40, Ausfahrt 139 in Richtung Seligman. Auf dieser Ausfahrt beginnt die historische US 66.

Der erste Haltepunkt: Seligman. Eine Kleinstadt, die ganz im Stil der 50´r Jahre gehalten und gelebt wird. Entgegen gesetzt der Aussage bei Wikipedia endet die 66 NICHT in Seligman. In Seligman selbst wird Seligman als Mother Road der 66 beschildert. Auch diese Aussage kann man erstmal im Raume stehen lassen. Der in Wiki beschriebene Anfang der 66 wird von einem Las Vegas – Reisenden stammen, der in Kingman drauf gefahren ist. Dazu aber später.

Zurück nach Seligman. Neben Biker Cafés und Harley – Zubehör – Läden gibt es jede Menge hübscher Autos, alter Häuser und Touristen. Hier bekommt man (von Flagstaff kommend) zum ersten Mal das Gefühl, eine Zeitreise zu machen.

Es geht weiter in Richtung Kingman. Eine etwas grössere Stadt, nicht unbedingt auf eine bestimmte Zeit in der Vergangenheit ausgerichtet, aber spürbar mit Geschichte aus der Goldgräber – Zeit. Das nahende Unwetter, das uns (wegen mir) schon auf dem Weg von Seligman zum Halten gezwungen hat, holte uns in Kingman ein und wir haben beschlossen, erst am nächsten Morgen weiter nach Oatman zu fahren. Etwas erschöpft von der Hitze haben wir im Motel eingecheckt und sind in ein total geniales Steakhouse gefahren. Das war´s dann auch für den Tag.

Am nächsten Morgen aufgewacht, pünktlich um 5:00 durch das laute Hupen des Zuges geweckt, ging es nach kurzer Erfrischung und einem Anti – Frühstück weiter nach Oatman. Weiter entlang der Route 66, womit die erste Behauptung aus Wiki wiederlegt wäre, da die 66 über Kingman hinaus weiter geht.

Die Route 66 galt ab 1926, abgesehen vom Lincoln Highway, als eine der ersten durchgehenden Straßenverbindungen zur US-amerikanischen Westküste. Heute sind die verbliebenen Teilstücke der einst 2448 Meilen (3939,67 Kilometer) langen Strecke von Chicago (Illinois) nach Los Angeles (Kalifornien), auch Mother Road oder America’s Mainstreet genannt, ein Anziehungspunkt für Touristen und Nostalgiker.

Genau gesehen kann man aus dem jetzigen Text auch ersehen, dass der Begriff Mother Road für etwas völlig anderes steht.

Aber zurück nach Oatman. Bereits beim Eingang über die Serpentinen der Black Mountains werden Eingänge in alte Minen sichtbar. Oatman ist eine alte Goldgräberstadt, die jetzt im Goldgräber – Stil gehalten wird und einige nostalgische Schätze, Gebäude und (gespielte) Verhaltensweisen der Einwohner für die Besucher bereit hält. Gerne wären wir mindestens bis zum frühen Nachmittag geblieben um einiges zu erleben und eine Mine zu besichtigen, leider mussten wir aber spätestens bis 17:00 unsere Harley wieder abgeben und so blieb uns nichts anderes übrig, als ein Paar Fotos zu machen, etwas zu trinken, die Penny – Presse zu quälen (<- dazu später mal etwas) und wieder zu fahren. Aller Wahrscheinlichkeit nach fahren wir nächste Woche mit dem Auto nocheinmal hin. Mal sehen, wie die Zeit es erlaubt. Eigentlich hatten wir in den letzten Tagen noch was anderes vor, aber das haben wir erstmal gecancellt und auf den nächsten Urlaub verschoben. Mal sehen, was am Ende draus wird…

Nun ging es zurück nach Flagstaff. Auch für heute waren Gewitter und Regen vorhergesagt, also war auch dies ein Grund dafür, recht zeitig aufzubrechen, da wir unbedingt die 66 fahren wollten und nicht wegen der Eile auf die Autobahn ausweichen wollten. Ausserdem haben wir gestern in Seligman Stiefel gesehen und auch diese wollten wir unbedingt noch holen.

Die Wetterfront haben wir kantenscharf geschafft und nur wenige Tropfen abbekommen, dafür aber Erleichterung durch die Wolken.

Die 66 selbst ist nicht umsonst Sagen umwoben. Betrachtet man alleine die o.g. Serpentinen, wird man sich kaum wundern, warum irgendwann Anfang der 80´r Jahre die Autobahn diese Hauptverkehrsader ersetzte. Leider kann man auf dem Bild nicht genau die steile Wand erkennen, von der das Auto irgendwann DAMALS mal gestürzt sein muss. Das Wrack ist übrigens vollkommen ausgeschlachtet, nur die Hülle erinnert an vergangene Zeiten und die Schönheit ihres Stils.

Besonders interessant kurz vor Oatman war ein Hinweisschild: ESEL.

Nun, schenkt man der Umgebung etwas Aufmerksamkeit, wird man feststellen, dass in dieser Gegend unzählige wilde Esel durch die Prärie ziehen und sich nicht darum scheren, ob ein Auto kommt oder nicht.

Schaut man die Serpentinen herunter, oder einfach nur um die Ecke, ins Feld oder auf wilde Parkplätze: überall Esel.

Wir hatten das Vergnügen, in die Gesellschaft zweier Esel zu kommen, die sich über uns genauso wunderten, wie wir über sie, als einer von ihnen ganz plötzlich auf der Strasse stand und nicht wusste, in welche Richtung er nun ziehen soll. Von der einen Seite kamen wir, von der anderen Seite ein Auto. Zum Schluss entschloss er dann genauso plötzlich, seinem Freund auf der anderen Strassenseite Gesellschaft zu leisten und trottete langsam dahin.

Auf der anderen Seite angekommen gesellte er sich zu seinem Freund und beide beäugten sie uns mit grösster Aufmerksamkeit.

Uns ging es da nicht anders. Der einzige Unterschied zwischen uns allen war, dass sie kein Foto von uns gemacht haben. Ihr Blick verriet aber, dass sie sich die gleiche Frage stellten: was denken die beiden jetzt wohl?

Zum Schluss noch ein kurzer Einblick auf die 66, gemacht auf dem Rückweg über die Black Mountains. Die Landschaft ist ATEMBERAUBEND! NATÜRLICH etwas verwackelt, das liess sich aber leider nicht anders machen. Auch kann man leicht denken, dass wir mit dem Auto gefahren sind, der Wind hat einfach alle Töne drum herum ausgelöscht. Ein zweiter Kurzfilm, der eigentlich die Felsen von der anderen Seite der Strasse zum Teil zeigen soll, lädt gerade hoch und will nicht fertig werden. Den gibt´s spätestens morgen bei mir auf Flickr

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  1. 5 Sep ’09 at 9:44 PM

    Neiiiin, einfach etwas sparen, ein wenig planen und los gehts:-) Wir machen ja das übrige Jahr nichts ausser arbeiten. Ausserdem muss man erstmal und ganz zum Schluss den Flug überstehen…

    Gerade ein ein Thunderstorm für eine Überraschung gesorgt. Im Radio sogar Unwetterwarnungen, Sturm mit 80mph, Regen, Gewitter… Jetzt ist kalt. Ich vermute, es werden 20° Unterschied zu gestern sein. Harter Schnitt. Aber egal. Heute ist Putztag.

  2. 5 Sep ’09 at 9:12 PM

    Manchmal beneide ich Dich (Euch) um diese Reise …

  3. 5 Sep ’09 at 7:02 PM

    Jetzt ist der zweite Film auch online:-)

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